Flugwetter in Götzis
Im Weitsprung lieferte Weltmeister
Leo Neugebauer (GER) im zweiten Versuch einen sehr starken Sprung von 7,97 m ab – nur 3 cm unter seiner Weitsprung-PB von 8,00m. Das Stadion war bereits außer sich - und dann kam der
(E)Hammer: Simon Ehammer bittet auch im zweiten Versuch wieder um Unterstützung des Publikums, nimmt Anlauf und hebt ab. Der Sand fliegt weit über die Grube hinaus, fast scheint die Grube zu kurz zu sein – Simon Ehammer springt mit einer Weite von 8,51 m neuen
Weltrekord innerhalb eines Zehnkampfs,
Schweizer Rekord im Weitsprung und gleichzeitig auch noch
World Lead im Weitsprung. Was für eine unglaubliche Leistung – spätestens mit diesem unglaublichen Sprung ist das Mösle Stadion außer sich!
Aber die Flugshow geht weiter – zunächst im Kugelstoßen, als Leo Neugebauer die Kugel auf 16,71 m stößt, und anschließend im Hochsprung: Neugebauer, Ehammer und allen voran der junge Tscheche Tomas Järvinen lieferten Höhenflüge sondergleichen. Mit übersprungenen 2,09 m sicherte sich Järvinen den Disziplinensieg und gleichzeitig 887 Punkte für die Gesamtwertung. Neugebauer nimmt übersprungene 2,06 m mit in die Wertung, Ehammer 2,03 m. Für Tomas Järvinen ist es zudem sein erster Zehnkampf bei den Aktiven; zuvor absolvierte der 20-jährige ausschließlich Junioren-Zehnkämpfe.
Zur Halbzeit führt der Überflieger Simon Ehammer in der Gesamtwertung mit dem besten ersten Zehnkampf-Tag, den es bisher gegeben hat – 130 Punkte hinter ihm verfolgt ihn jedoch Leo Neugebauer, und der achtfachte Götzis-Sieger Damian Warner übernachtet in Lauerstellung auf Position 3. Überraschungsmann Hakim McMorris (USA) beendet den ersten Tag auf Rang 4, und auch Niklas Kaul (GER) darf man nicht aus den Augen verlieren. Der Deutsche hat bekanntlich vor allem am zweiten Tag seine Stärken und wird morgen mit Sicherheit von Zwischenrang 18 aus voll angreifen. Vielleicht ist es ja endlich mal Zeit für einen 80m Speerwurf?
Noch ist alles offen: Ein höchst spannender 2. Tag im Siebenkampf steht bevor
Die sommerlichen Temperaturen, die zum Startschuss der ersten Disziplin im Siebenkampf der Damen um 11:05 Uhr herrschten, sorgten wohl auch dafür, dass bereits zu Beginn des Tages einige Siebenkämpferinnen Top-Leistungen auf die Bahn brachten.
Sophie Weißenberg (GER) stellte im zweiten Lauf über die 100m Hürden in ihrem Comeback-Siebenkampf nach längerer Verletzungspause gleich eine neue persönliche Bestleistung auf – diese 13,40 Sekunden sorgten nicht nur bei Sophie Weißenberg, sondern auch beim ein oder anderen Fan für einen ersten emotionalen Moment. Aber nicht nur sie, sondern auch Sofie Dokter (NED), die Hallenweltmeisterin und Nummer 1 der diesjährigen Startliste, überzeugte gleich zu Beginn in 13,27 Sekunden mit einer neuen PB. Einen Lauf später legte auch noch Emma Oosterwegel (NED) nach und schraubte ihre PB um sieben Hundertstel auf 13,21 Sekunden herunter. Die absolute Bestzeit lieferte Taliyah Brooks (USA) mit 12,87 Sekunden, nur vier Hundertstel vor Annik Kälin (SUI).
Nach einer sehr guten Leistung im Hochsprung und weiteren persönlichen Bestleistungen im Kugelstoßen (14,70 m) und über die 200 m (23,13 Sekunden) liegt Sofie Dokter (NED) nach Tag 1 souverän in Führung – 110 Punkte vor Annik Kälin (SUI) und 120 Punkte vor Taliyah Brooks (USA).
Im Hinblick auf den morgigen zweiten Tag ist im Siebenkampf aber noch alles offen – beispielsweise wird Annik Kälin als starke Weitspringerin noch einige Punkte herausholen wollen. Und auch Emma Oosterwegel (NED), die ex-aequo mit Vanessa Grimm (GER) mit 3847 Punkten auf Rang vier übernachtet, ist als stärkste Speerwerferin am zweiten Tag noch einiges zuzutrauen. Das generell sehr starke deutsche Team zeigt sich in diesem Siebenkampf von der besten Seite.
Die Vorarlberger Lokalmatadorin Chiara Schuler war am ersten Wettkampftag mit ihrem Hochsprung nicht wirklich zufrieden, denn dieser verlief deutlich unter ihren eigenen Erwartungen. Aber sie wird trotzdem mit viel Motivation und einem unüberhörbaren „Kiki-Fanclub“ in den 2. Tag starten.
Seid morgen live im Stadion mit dabei und bringt das Mösle zum Beben – mit acht weiteren Disziplinen voller Spannung, Action und Emotionen, aber auch bei den Nachwuchs-Finalläufen der Montfort Track Challenge über die 600m und 800m.